Donnerstag, 20. Oktober 2011

Oder was meint ihr dazu?


Denkbar dankbar sein, 
ist nach einem gedankenvollem Tag oft nicht mehr besonders dankbar.
Deshalb ist dankbares Denken von vornherein die gesündere Form, 
des Danken in Gedanken.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Ach hätte ich

...über ein häufiges Problem:

Ich wollte
Ich sollte
Ich müsste

Ach hätte ich
Ach wäre ich
Ach man!

Wie konnt ich nur?
Wie war ich bloß?
Wieso so dumm?

Jetzt steh ich hier
Und kann nicht mehr
Meer und Strand und Berge fehlen,
Fehlen tut mir Kraft und Mut
Mut zur Lücke
Kraft zum tun.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Ziehen lassen


Manchmal muss man ziehen lassen.

Einen Liebgewonnen,
Doch verlorenen?

Den Ochsen,
sein Gefährt.

Das Mutterleibentschlüpfte Kind,
nun langsam entkommt.

Den Tee,
damit er schmeckt.

Manchmal muss man ziehen lassen. 

Montag, 3. Oktober 2011

Weißes Blatt Papier


Ich fühl mich, wie ein weißes Blatt Papier.
Der Herbstwind treibt mich,
warte, dass ich des Winters wegen erfrier.
Doch selbst dann fall ich nicht.

Alles kann mich sehen, jede Stadt, jeder Wald,
Aber kaum einer hält mich auf, hält mich fest.
Einsam flieg ich, mir ist kalt,
da ist so viel, was mich nicht los lässt.

Und dann land ich auf einem Stapel Blätter,
hier gehör ich hin, hier braucht man mich bestimmt!
Freu mich über gutes Wetter,
hab mein Ziel scheinbar erklimmt.

Doch es kommt ein Wind und weht mich fort,
oder ich werde weggeschmissen,
manchmal wird es nass oder ich wechsle einfach den Ort,
weil ich Angst hab- ich würde zerrissen.

Ich warte auf den Tag, an dem ein Stift seinen Namen,
auf mir eingraviert und mir einen Sinn gibt.
Und, an dem mich einer hält, im warmen,
mich nicht mehr zum nächsten Stapel schiebt.

Doch noch mehr freu ich mich auf die Zeit,
in der mir das alles wieder einmal egal,
der Moment, in dem ich weiß, egal wie weit,
ich flieg zum Ziel, einmal.

Denn ich trag es längst mit mir,
eingemeißelt, unsichtbar!
Die wärme bringt Schrift auf das Papier,
Geheime Tinte wird wieder klar.

Und dann wird gewahr, was keiner Gedacht!
Und dann wird genügen, was bisher zu leer.
Und dann wird geschehen, was innerlich längst vollbracht,
Und dann wird gelichtet, was dunkel und schwer.

P.S: Dieses Gedicht ist nicht autobiographisch !!!

Montag, 19. September 2011

Mit Blick aufs Ende des Stegs


Ich stehe nicht fest, der Boden besteht bloß
Aus ein paar Brettern, stoß
Mich jetzt bloß keiner hier runter!
Noch halt ich mich tapfer munter!

Doch alles wackelt, ihr zieht,
An den Brettern und mein Gleichgewicht flieht
Und ich halt mich kaum noch grade,
In mir mehr als nur eine Blockade.

Wie soll ich noch weitergehn?
Kann nicht anders, als nach dir zu flehn,
halt mich doch fest!
Versteh nicht, warum die Welt mich nicht in Ruhe lässt.

Sie zieht mir den Boden weg
Zieht mich immer wieder durch den Dreck
Und lässt mich still liegen,
ich möchte so gern endlich fliegen!

Das einzige was bleibt
Verrät mein Blick, so weit,
nach vorn in Hoffnung aufs Ende des Stegs,
Geh ich mit Glauben und Liebe meines Wegs! 

Samstag, 17. September 2011

Überlebenskunst

In Gedanken versunken trotz innerlicher Leere,
Chaos und doch ist es endlich mal ruhig.
Zufriedenheit, wo doch eigentlich grad Unverständnis herrscht.
- Eine Maske, für die Welt? Für mich?
Überlebenskunst.
Und dann kommt einer, der diese Maske abnehmen sollte und mein Gesicht mit diesen Farben bemalen sollte.
Wehre ich mich? Oder tut er's nicht?
Übertragbar, überdenkbar – Ich.

(16.09.2011)